Befehl

Befehl

Befehl, I) Geheiß eines Oberen: iussum (Geheiß eines jeden, der ein Recht dazu hat od. zu haben glaubt). – imperium (Gebot eines Oberen, eines Feldherrn, Fürsten). – imperatum (das Gebotene, Anbefohlene). – praeceptum (Verordnung, Verfügung, Weisung). – praescriptum (Vorschrift). – mandatum (Auftrag). – edictum (öffentliche Bekanntmachung, Anschlag zur Nachachtung). – decretum (als Befehl abgefaßter Beschluß des Senats, eines Konsuls). – auctoritas (vermöge der Machtvollkommenheit ausgesprochener Wille). – rescriptum (als Befehl abgefaßtes Reskript eines Fürsten). – schriftlicher B., litterae. – auf B., ex imperio (infolge eines Befehls, z. B. furere): wie auf B., als wenn sie es auf. B. täten, velut iussi id facere. – auf jmds. B., iussu od. auctoritate alcis; iubente alqo; auch durch iussus ab alqo: auf wessen B.? quo iussu? quo auctore? – ohne jmds. B., iniussu alcis; ab alqo non iussus; ultro (ohne Aufforderung, -Veranlassung, von freien Stücken, Ggstz. alcis iussu od. ab alqo iussus); suā sponte (freiwillig, durch innern zufälligen Trieb); ohne besondere Befehle (als Beamter) handeln, privato, non publico consilio alqd facere. – den B. geben, erteilen, ausgehen (ergehen) lassen, s. befehlen: jmds. Befehlen gehorchen (Folge leisten, jmds. Befehle befolgen), s. gehorchen. – II) Gewalt, Macht, jmdm. zu befehlen: imperium (im allg., die Gewalt, Befehle zu erteilen u. zu vollziehen; dah. insbes. die Oberbefehlshabergewalt bei einem Heere). – potestas (die übertragene, anerkannte, beigelegte Gewalt u. Macht, die als solche gesetzmäßig ist). – unter jmds. B., alqo duce; alcis ductu. – den B. haben über etc., an einem Orte, s. befehligen no. I. – unter jmds. B. stehen, alcis imperio parēre (bes. von Soldaten); alci parēre. in potestate od. sub imperio alcis esse (unter jmds. Aufsicht, Macht stehen): sich unter jmds. B. begeben, se ad auctoritatem alcis conferre. – III) Verlangen, Wunsch in der Umgangssprache: was steht dir zu B.?[352] quid vis? quid iubes?: ich stehe zu deinem B., erwarte deine Befehle, exspecto, quid velis: ich stehe ganz zu deinem B., utere me, ut vo les: sich nach jmds. B. richten, se totum fingere ad arbitrium et nutum alcis.


http://www.zeno.org/Georges-1910. 1806–1895.

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  • Befehl — steht für: eine Anweisung im militärischen Bereich, siehe Militärischer Befehl den Beginn des Feuerwehreinsatzes, siehe Einsatzbefehl (Feuerwehr) einen schriftlicher Auftrag an den Triebfahrzeugführer im Eisenbahnbetrieb, siehe Befehl (Eisenbahn) …   Deutsch Wikipedia

  • Befehl — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Anweisung • befehlen • anordnen • Kommando • kommandieren • …   Deutsch Wörterbuch

  • befehl(ig)en — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Befehl • Kommando • kommandieren Bsp.: • Seinen Befehlen muss gehorcht werden …   Deutsch Wörterbuch

  • Befehl — Befehl, 1) Bestimmung des Handelns eines Andern durch Gebot, auf Eigenmächtigkeit gegründet, entweder in Privatverhältnissen (elterliche Gewalt u. dgl.) od. durch Staatseinrichtungen gerechtfertigt. In den meisten Staaten hat die. höchste Gewalt… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Befehl — ↑Kommando, ↑Order, ↑Ukas …   Das große Fremdwörterbuch

  • Befehl — Gebot; Kommando; Order; Diktat; Zwang; Anweisung; Weisung (fachsprachlich); Weisung; Mandat; Auftrag; Arbeitsauftrag; …   Universal-Lexikon

  • Befehl — Be·fe̲hl der; (e)s, e; 1 der Befehl (zu etwas) eine (von einem Vorgesetzten ausgegebene) mündliche oder schriftliche Mitteilung, dass etwas Bestimmtes getan werden muss <jemandem einen Befehl geben, erteilen; einen Befehl ausführen, befolgen;… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Befehl — 1. Gross Befehl und kleine Ruh , wenig Brot und nichts dazu. *2. Er hat befehl vom grünen käss. – Henisch, 201. Er bekümmert sich um Dinge, die ihm niemand aufgetragen hat. (S. ⇨ Bauherr.) [Zusätze und Ergänzungen] 3. In seinem Befehl, lasst Gott …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Befehl — der Befehl, e (Mittelstufe) Auftrag eines Vorgesetzten, Anweisung, keine Bitte Synonyme: Anordnung, Order, Geheiß (geh.) Beispiel: Der Soldat hat den Befehl nicht ausgeführt. Kollokation: jmd. einen Befehl geben …   Extremes Deutsch

  • Befehl — Jeder Befehl besteht aus einem Antrieb und einem Stachel. Der Antrieb zwingt den Empfänger zur Ausführung, und zwar so, wie es dem Inhalt des Befehls gemäß ist. Der Stachel bleibt in dem zurück, der den Befehl ausführt. «Elias Canetti» …   Zitate - Herkunft und Themen

  • Befehl — befehlen: Das Präfixverb mhd. bevelhen »übergeben, anvertrauen, übertragen«, ahd. bifelahan »übergeben, anvertrauen, begraben« enthält ein heute untergegangenes einfaches Verb, das in got. filhan »verbergen« und aisl. fela »verbergen, übergeben«… …   Das Herkunftswörterbuch

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